Was ist Akustik?

Informationen zur Akustik

Definition: Die Ausbreitung von Schall innerhalb eines Raumes. Schall breitet sich in der Luft mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 340m/s aus (in festen Stoffen viel schneller). In einem Raum trifft der Schall auf Reflexionsflächen wie Boden, Decke und Wände. Hierdurch entstehen Schallreflexionen und Nachhall.

Wir Menschen sind in der Lage, mithilfe unseres Gehörs schnell die Größe eines Raumes einzuschätzen, indem wir auf die Reaktionszeit und die Richtung von Schallreflexionen hören. Sie selbst sind sich dessen kaum bewusst, aber tatsächlich sind wir während des Tages kontinuierlich mit diesem Prozess beschäftigt. Jedes Mal, wenn wir einen anderen Raum betreten, ändert sich die Akustik.

Abhängig von der Nutzung eines Raumes entsteht mehr oder weniger Schall. Dies können Sprache sein, Hintergrundgeräusche, wie eine Klimaanlage oder ein Luftbefeuchter, oder störende Nebengeräusche durch Verkehr oder Nachbarn. Musik hat, im Vergleich zu Sprache, ein sehr viel breiteres Spektrum von sehr tiefen bis sehr hohen Frequenzen, wodurch das Schaffen einer passenden Akustik zur großen Herausforderung wird. Grundsätzlich muss für jede Anwendung individuell die passende Akustik entworfen werden.

Was ist schlechte Akustik?



In den meisten Fällen nehmen Sie Akustik als selbstverständlich hin, ohne darüber nachzudenken. Dies ändert sich, wenn die Akustik Sie bei einer Tätigkeit behindert. Schlechte Akustik kann beispielsweise die Sprachverständlichkeit innerhalb eines Raumes beeinträchtigen und dazu führen, dass eine Botschaft nicht richtig beim Gesprächspartner ankommt.

Oder Sie werden bei Ihrer Arbeit gestört, weil das Geräuschvolumen durch Kollegen an Ihrem Arbeitsplatz sehr hoch ist. Um ein Telefongespräch zu führen oder einen Brief zu schreiben, ist besonders viel Konzentration nötig. Die zusätzliche Anspannung durch Nebengeräusche führt dazu, dass Sie unnötig schnell ermüden.

Darüber hinaus kann es vorkommen, dass Sie ein wahrgenommenes Geräusch falsch interpretieren, weil die Akustik innerhalb des Raumes nicht linear reagiert. Oder Sie nehmen ein Gespräch auf, aber werden von dem Ergebnis enttäuscht, weil ungewünschte Schallreflexionen das Tonbild stören.

In einem Konzertsaal oder einer Kirche trägt der Raum entscheidend zu der musikalischen Botschaft bei und verstärkt diese. Für die Musiker, aber auch die Zuhörer, kann es sehr frustrierend sein, wenn das Raumklima zu trocken ist, es Widerhall gibt oder wenn die Abmessungen des Raumes nicht passen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass schlechte Akustik herrscht, wenn Geräusche in einem Raum die Funktion desselben behindern.

Was ist gute Akustik?



Ein Raum darf die Geräusche, die in ihm herrschen, reflektieren, denn dadurch orientieren wir uns und wissen, dass wir uns in einem Raum befinden. Ein widerhallfreier Raum absorbiert jegliches Geräusch und isoliert uns komplett von der Außenwelt. Für die meisten Menschen ist es eine bedrückende Erfahrung, wenn sie nur noch die Geräusche ihres eigenen Körpers wahrnehmen.

Die Wahrnehmung guter Akustik ist abhängig von ihrem Ziel.
Wenn alle Geräusche gleichmäßig absorbiert werden, sowohl niedrige als auch hohe Frequenzen, klingt ein Raum ausgewogen und angenehm.

Wenn in einem Raum gesprochen wird, wünschen wir uns, dass Geräusche möglichst schnell verhallen, damit wir das Gesprochene gut verstehen. In kleinen Räumen, wie z.B. Büros, sollte die Resonanzzeit kürzer sein als 0,6 Sekunden.

Bei klassischer Musik ist es wünschenswert, dass Schall lange nachhallt, so dass sich die Töne gut mischen. Ein Konzertsaal hat eine durchschnittliche Resonanzzeit von 2 Sekunden.

Ein Lehrer wünscht sich Ruhe in der Klasse und möchte gut verstanden werden. Für Klassenräume gilt eine maximale Resonanzzeit von 0,8 Sekunden.
Für gute Akustik gibt es Normen. Diese sind festgelegt in den NEN/ ISO 3382-Spezifikationen. 
Weitere Informationen über Akustik in Klassenräumen sowie ein Video hierzu finden Sie hier..

Auf welche Weise wird die Akustik eines Raumes bestimmt?



Mithilfe einer Geräuschquelle und Messgeräten können in einem Raum die wichtigsten akustischen Parameter sowie Resonanzzeit und Reflexionen bestimmt werden. Dies geschieht mithilfe eines (rundherum schallenden) Lautsprechers sowie einer Signalpistole, die als Geräuschquelle dient.

Mit einem (rundherum sensiblen) Messmikrophon wird die “Antwort“ des Raumes in Form von direktem Schall, Reflexionen, Echos und Widerhall aufgezeichnet und auf einem Computer, Tablet oder Smartphone gespeichert. Auf dieser Basis werden alle Werte berechnet, die nötig sind, um die akustische Ausgangsposition zu definieren.